Gedanken zum Buch „The Price of Tomorrow“

Das Buch „The Price of Tomorrow“ mit dem Untertitel „Why Deflation Is Key to an Abundant Future“ von Jeff Booth stellt folgende Thesen auf. Technologie wird die Zukunft wie folgt verändern.

  • Technologie ist deflationär
  • Technologie (vor allem künstliche Inteligenz) breitet sich in alle Bereiche aus
  • Durch Technologie wird es in der Zukunft weniger Jobs geben
  • Es sollte nicht versucht werden die Deflation zu stoppen (Beispielsweise durch expansive Geldpolitik)

Der Beitrag soll zeigen, wie Jeff Booth zu diesen Schlüssen gekommen ist und welche Auswirkungen diese für uns haben können.

 

Technologie ist deflationär

Ich denke, dass es über diesen Punkt nicht viel zu sagen gibt und man nicht wirklich dagegen argumentieren kann. Technologie ist eine Art des Fortschritts und dieser bringt eine erhöhte Effizienz mit sich. Dadurch kann zu geringeren Kosten produziert werden, was sich in niedrigeren Preisen messen lässt.

Jeff Booth erzählt, dass sein erstes Handy im Jahr 1988 ein Motorola 8000 war. Das „Handy“  konnte 30 Minuten telefonieren und musste dann für 10 Stunden laden. Außerdem hatt es 2000 USD gekostet. Ein aktuelles Handy ist also in jeder Eigenschaft deutlich besser und günstiger.

Genauso wie beim Handy, kann man eigentlich jede Technologie von vor 20 Jahren mit der aktuellen vergleichen und wird merken, dass diese deutlich besser ist. 

Wichtig ist noch anzumerken, dass die Entwicklung von Technologie, laut Jeff Booth, nicht linear entwickelt, sondern durch eine exponentielle Funktion dargestellt werden kann.

Technologie entwickelt sich nicht linear, sondern exponentiell. Menschen sind schlecht darin exponentielles Wachstum zu schätzen und können es sich nicht vorstellen. 

Ich stimme Jeff Booth in dem Punkt zu, dass sich Technologie exponentiell entwickeln kann, dass aber nicht automatisch tut. Dazu fällt mir das Zitat von Peter Thiel ein:

We wanted flying cars, instead we got 140 characters. – Peter Thiel

Unabhängig davon, wie nützlich oder nutzlos die neuen Technologien sein werden, werden sie zu einer Deflation führen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch Google Maps. Der Nutzer zahlt nichts und hat trotzdem zugriff auf Kartenmaterial der ganzen Welt. 

Technologien, künstliche Intelligenz und Jobs

Technologie und vor allem künstliche Intelligenz wird sich in alle Bereiche ausbreite. Das hat einen primären Grund. Ein Job kann von einem Menschen nur dank seiner Intelligenz ausgeführt werden. Wenn Jobs also Intelligenz brauchen um erledigt zu werden und eine Technologie die Intelligenz hat diesen Beruf auszuüben, dann wird diese Technologie den Arbeiter über kurz oder lang ersetzen.

Es gibt Jobs die mehr Intelligenz erfordern und welche die weniger Intelligenz erfordern. Je einfacher ein Job beziehungsweise eine Aufgabe von einer Technologie übernommen werden kann, desto schneller wird sich die künstliche Intelligenz in diesen Bereich ausbreiten. 

Wenn man davon ausgeht, dass ein Roboter oder Computer seine künstliche Intelligenz steigern kann oder es gelingen kann, ein menschliches Gehirn zu simulieren, dann wird es in Zukunft keine Aufgabe geben, die eine künstliche Intelligenz nicht besser und kostengünstiger erledigen kann. 

Natürlich wird das noch eine Weile dauern. Doch wie in Absatz 1 erklärt, wird diese Zukunft vermutlich schneller kommen als gedacht. 

Warum sollte nicht versucht werden die Deflation zu stoppen?

Sowohl Inflation, als auch Deflation haben Effekte. Um diese Effekte soll es nun gehen. 

Bei einer Inflation wird Geld und damit auch Schulden immer weniger wert. Bei einer Deflation wird das Geld und die Schulden immer mehr wert.

Bei einer Inflation sind also die Gewinner die Schuldner und die Verlierer die Sparer. Bei einer Deflation sind die Gewinner die Sparer und die Verlierer die Schuldner.

Die Gefahr die Jeff Booth sieht ist, dass durch Inflation die Sparer verlieren und die Schuldner gewinnen. Das Problem dabei ist, dass die Mittelschicht der Sparer ihr Erspartes durch einen Kaufkraftverlust verlieren und somit die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht. Das Problem bei einer auseinander gehenden Schere ist, dass dies zu mehr Unzufriedenheit führt. Das ist oft ein Boden für Populismus, Revolution, Bürgerkriege und Weltkriege.

Da hinzu kommt noch, dass jedes Land versucht seine Währung abzuwerten, um den Export zu erhöhen. Das führt zu sogenannten Währungskriegen. Die Folgen daraus sind in diesem Zitat aus dem Buch zusammengefasst.

„First currency wars, then trade wars, then real wars.“ – Jeff Booth, The Price of Tomorrow

Bei einer Deflation hingegen wäre die Mittelschicht der Gewinner, da diese das meiste Ersparte hat und somit würde sich die Schere eher schließen.

Bei einer Deflation würden außerdem alle Konsumenten profitieren, da die Preise sinken würden.

Bei einer Deflation wäre ein weiterer Vorteil, dass viele unnötige Finanzgeschäfte und Transaktionen wegfallen würden, da diese nicht mehr profitabel wären.

Das Konzept Immobilien mit 95% Fremdkapital zu finanzieren und zu vermieten, um diese dann nach wenigen Jahren wieder für das doppelte zu verkaufen, ergibt eventuell finanziellen Sinn, ein wirklicher Fortschritt für die Menschheit entsteht dabei meiner Meinung nach aber nicht. 

Abschließen möchte ich diesen Teil noch mit einem Zitat von Elon Musk.

„Going from PayPal, I thought: Well, what are some of the other problems that are likely to most affect the future of humanity? Not from the perspective, what’s the best way to make money?“ – Elon Musk

 

*Quelle des Beitragsbild „The Price of Tomorrow

 

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