Meine Gedanken zum ersten Semester meines Physikstudiums

Im Folgenden liest du die Gedanken, die ich mir als Rückblick auf das erste Semester meines Physikstudiums gemacht habe.

Was ich vom ersten Semester erwartet habe und was passiert ist

Ich habe Abitur gemacht mit einem Schnitt von 1,3 und habe erwartet, dass das Studium etwas anspruchsvoller wird als die Schule, aber dass ich weiterhin gut mitkomme und gute Ergebnisse erziele. Dem war aber nicht so. Während des Semesters bin ich nicht gut mitgekommen und ich habe das meiste nicht auf Anhieb verstanden, so wie ich es aus der Schule gewohnt war. Trotz großem Zeitaufwand habe ich es nicht immer geschafft alle Hausübungen fertig zu machen und musste teilweise nur halb bearbeitete Aufgaben abgeben. Kurz vor den Winterferien bin ich durch drei Quiz hintereinander durchgefallen und konnte zu diesem Zeitpunkt die Klausurzulassung in dem Fach Rechenmethoden nicht mehr bekommen. Zu meinem Glück wurde die Klausurzulassung aber heruntergesetzt und ich konnte diese somit doch noch bekommen und habe die Klausur auch geschrieben. Obwohl ich viel Vorbereitungszeit in das Grundpraktikum gesteckt habe, hatte ich oft das Gefühl, nicht gut vorbereitet zu sein. In manchen Fächern wie Analysis habe ich selbst bei Aufgaben, die ich vollständig bearbeitet habe und von denen ich der Meinung war, dass sie richtig sind, nur Teilpunkte bekommen.

Meine Erwartungen an das erste Semester, waren so wie in der Schule und mein Ziel war es gute Noten zu bekommen. Während des Semesters musste ich dann feststellen, dass es deutlich schwieriger war als erwartet und ich für dieses Semester schon zufrieden bin, wenn ich alle Klausuren bestanden habe.

Wie viel Zeit habe ich für das Studium aufgewendet?

Ich habe während des Semesters meine Zeit mit einem Timeular Tracker aufgezeichnet. In der Vorlesungszeit inklusive Wochenenden habe ich insgesamt 863 Stunden in 105 Tagen für das Studium aufgewendet. Das ergibt einen Durchschnitt von 8,2 Stunden pro Tag sowohl unter der Woche als auch am Wochenende. Anfangs habe ich nur die Zeit für das Studium insgesamt aufgezeichnet, später habe ich dann jedes Fach einzeln angelegt und separat aufgezeichnet. Für nächstes Semester werde ich also auch genau sagen können, wie viel Zeit ich pro Fach aufgewendet habe.

Was sind die Ergebnisse?

Insgesamt habe ich dieses Semester drei Klausuren geschrieben. Ich habe Analysis I, Physik I und Rechenmethoden geschrieben. Physik I habe ich bereits zurück und habe inklusive Notenbonus für das Modul die Note 2,0. Zu Analysis I und Rechenmethoden haben wir noch keine Rückmeldung. Zudem habe ich alle Testat für die 10 Versuche des Grundpraktikums erhalten und diesen ersten Teil des Grundpraktikums damit abgeschlossen.

Da ich noch keine Rückmeldungen zu zwei der Klausuren habe, kann ich noch nicht sagen, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Ich wäre zufrieden, wenn ich beide Klausuren bestanden habe.

Update: Ich habe mittlerweile die Rückmeldung für Rechenmethoden und Analysis erhalten und beide Klausuren bestanden. Somit bin ich mit dem Ergebnis für das erste Semester zufrieden.

Was habe ich vor, nächstes Semester anders zu machen?

Die Gedanken, die ich bis hierhin aufgeschrieben habe, dienen zum Großteil der Beantwortung dieser Frage. Das Ziel für das Studium war anfangs gute Noten zu erzielen. Für das erste Semester habe ich das Ziel heruntergesetzt und bin zufrieden mit mir, wenn ich alle geschriebenen Klausuren bestanden habe. Das langfristige Ziel sehe ich für mich selbst aber wieder darin, gute Noten zu erzielen. Als gute Noten würde ich alles im Einser- und Zweier-Bereich ansehen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ich mein eigenes Verhalten ändern. Um besser zu werden, sehe ich aktuell zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist, länger zu arbeiten. Die zweite Möglichkeit ist es, effizienter zu arbeiten. Bevor ich auf die beiden Möglichkeiten „länger“ und „effizienter“ eingehe, will ich noch kurz auf „Konzentration“ und „Zeit“ eingehen.

Über das Semester verteilt muss man verschiedene Aufgaben bearbeiten. Es gibt unter anderem Präsenzübungen, Hausübungen oder eine Vorbereitung auf ein Grundpraktikum. Wenn man genügend Konzentration und genügend Zeit hat, kann man diese Aufgaben gut lösen. Hat man aber zu wenig Konzentration oder zu wenig Zeit, kann man die Aufgaben nicht oder nicht vollständig lösen. Durch den Timeular Tracker konnte ich herausfinden, dass ich mit durchschnittlich 8,2 Stunden pro Tag schon viel Zeit für das Studium aufwende. Zudem sagt mir meine Erfahrung, dass es mir am Ende des Tages oft nicht an Zeit fehlt, sondern an Konzentration. Mehr Zeit pro Tag aufzuwenden, um im Studium besser zu werden, sehe ich daher nicht als einen guten Lösungsansatz. Stattdessen sehe ich die Möglichkeit meine Konzentrationsfähigkeit zu steigern als einen besseren Ansatz. Um meine Konzentration über den Tag zu steigern, sehe ich die größte Verbesserungsmöglichkeit meine Pausen besser zu gestalten. Im letzten Semester habe ich wenig Pausen gemacht und die Pausen, die ich gemacht habe, bestanden zum großen Teil aus „sich beschallen lassen“. Ich habe vor, das zu ändern und werde daher in nächster Zeit verschiedene Arten von Pausen ausprobieren und schauen, ob ich damit den Effekt der erhöhten Konzentration erreichen kann. Damit komme ich auf die Möglichkeiten „länger“ und „effizienter“ zurück.

Zuerst zur Möglichkeit „länger“. Ich bin bereits zum Schluss gekommen, dass es nicht sinnvoll ist mehr Zeit pro Tag zu investieren. Allerdings sehe ich noch eine weitere Möglichkeit, „länger“ zu erfüllen. Ich sehe diese Möglichkeit darin, an den unterdurchschnittlichen Tagen mehr zu machen. Mit unterdurchschnittlichen Tagen meine ich Tage, an denen ich deutlich weniger als die 8,2 Stunden gearbeitet habe. Um diese Möglichkeit umzusetzen, habe ich bereits jetzt in der vorlesungsfreien Zeit vor dem zweiten Semester angefangen mich vorzubereiten. Während des Semesters sehe ich teilweise das Wochenende, aber auch Feiertage als unterdurchschnittliche Tage. Um die Möglichkeit „länger“ zu erfüllen, versuche ich also die aufgewendete Zeit besser auf die Tage zu verteilen.

Damit komme ich jetzt zu „effizienter“. Die Möglichkeit „effizienter“ zu arbeiten würde ich in zwei Kategorien unterteilen. Auf der einen Seite der Effizienz sehe ich, dass es effizienter ist weniger zu arbeiten, dafür aber mit mehr Konzentration, als mehr zu arbeiten, dafür mit weniger Konzentration. Die zweite Kategorie von „effizienter“ würde ich in den Techniken zum Lernen sehen. Ich würde es beispielsweise als effizienter ansehen, eine Übung zu machen, anstatt das Skript nochmals durchzulesen. Ich würde es auch als effizienter sehen sich eine Stunde auf eine Vorlesung vorzubereiten und die Vorlesung im Anschluss eine Stunde nachzubereiten, als eine Vorlesung zwei Stunden nachzubereiten. In diesem Bereich denke ich auch, dass ich genau hier ein Verbesserungspotenzial habe. Im letzten Semester war ich zu Zeiten davon überzeugt, dass ich keine Zeit dafür habe eine Vorlesung vorzubereiten. Zudem musste ich mich in der Schule auch nie extra auf den Unterricht vorbereiten, um folgen zu können. Ich habe also vor, im nächsten Semester, mich besser auf die Vorlesungen vorzubereiten. Das ist auch das, was ich bis jetzt in der vorlesungsfreien Zeit gemacht habe. Eine weitere Idee zu „effizienter“ sehe ich in einem Formelzettel. Letztes Semester habe ich bereits während des Semesters einen Formelzettel geführt, allerdings nicht sehr konsequent. Für dieses Semester nehme ich mir daher vor, einen Formelzettel konsequent durch das gesamte Semester zu führen.

Damit würde ich jetzt zusammenfassend die Frage „Was habe ich vor, nächstes Semester anders zu machen?“ beantworten. Ich habe vor, nächstes Semester vier Dinge anders zu machen. Erstens möchte ich die Art meiner Pausen und die Häufigkeit der Pausen erhöhen, um meine Konzentrationsfähigkeit über den Tag verteilt zu erhöhen. Zweitens möchte ich unterdurchschnittliche Tage nutzen, um die Arbeitslast besser zu verteilen. Drittens möchte ich mehr Zeit zum Vorbereiten der Vorlesungen aufwenden, um somit besser in der Vorlesung mitzukommen. Viertens möchte ich während des Semesters einen Formelzettel für jedes Fach führen, um mir selbst ein kompaktes Bild davon zu machen, was Inhalt der Vorlesung war.

Zusammenfassung

Ich habe mir Gedanken zu meinem ersten Semester gemacht und festgestellt, dass es nicht so gelaufen ist, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich mein Verhalten ändern muss, um andere Ergebnisse zu erzielen. Ich habe festgestellt, dass ich bereits viel Zeit pro Tag für das Studium aufgewendet habe und dass es nicht sinnvoll ist zu versuchen, noch mehr Zeit aufzuwenden, da der limitierende Faktor die Konzentration ist. Ich habe vier Verhaltensänderungen aufgestellt, die ich umsetzen möchte und von denen ich hoffe, dass diese das nächste Semester besser werden lassen. Ich habe mir für das nächste Semester vorgenommen mehr und bessere Pausen zu machen, die unterdurchschnittlichen Tage besser zu nutzen, mehr Zeit für die Vorlesungsvorbereitung zu verwenden und konsequent einen Formelzettel zu führen. Ob ich in der Lage bin diese Verhaltensänderungen umzusetzen und ob sich diese dann positiv auf das Ergebnis des nächsten Semesters auswirken, werde ich wohl abwarten müssen.

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